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4 - Die Nachkriegszeit der Freimaurer
Nach der Befreiung, kommt die französische Freimaurerei langsam wieder auf die Beine. Das Scheitern des Verwaltungsabkommens zwischen GODF und GLDF (vom Konvent zurückgewiesen), das Altern der leitenden Gruppen des LL und der Obedienzen und eine Vielfalt von Problemen, erklären einen großen Teil der Schwierigkeiten. Eingeengt zwischen Gaullismus und Kommunismus (der Einfluss in den Osten bleibt weiterhin reduziert), und oftmals als veraltet wahrgenommen, zerrißen von zentrifugalen Kräften, wird es fast vierzig Jahre dauern, bis es den vorkriegszeitlichen Bestand wiedergefunden hat. |
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Eine langsame Rückkehr zum Symbolismus prägt diese Periode, welche Anfang des Jahrhunderts unter dem Einfluß von Freimaurern wie O. Wirth oder Gloton, eingeleitet wurde. Dieser Strömung schließen sich im letzten Drittel des 20sten Jahrhunderts Obedienzen an, dem GODF weniger als den anderen. Das ist ein inhaltlich neues Phänomen, mit historischen Erinnerungen (die "mysteriöse Antike", wachgerufen seit dem 18ten Jahrhundert), und esotherischen Beiträgen, die bereits vor dem Denken der Freimaurer bekannt waren, gleichzeitig aber |
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auch neue Grundlagen integrierend. Diese Evolution produziert sowohl positive Effekte, als auch negative Aspekte. Die Beiträge stammen aus sozialen Wissenschaften mit selbstbetrachtendem Charakter, gewisse Darstellungen und bestimmte Echos neuer, esotherischer Strömungen sind ebenfalls Bereicherungen. Aber man stellt fest, dass das, was anfänglich nur dazu gedacht war Ergänzung einer starken, aspektreichen Kultur zu sein, manchmal dazu neigt, sich tatsächlich abzuspielen. Die Vulgata erhebt häufig Anspruch auf das Monopol, und sagt aus, dass sie der Realität ausweichen will. Belastet mit einem Identitätsverlust und Einbüßung an Nützlichkeit, schlägt sie es der Freimaurerei, unter dem Vorwand einer nicht existierenden Tradition ab, ein Teil der Geschichte zu sein. Aus dieser Perspektive ist die Versuchung stark, aus dem Rituel, eine magische Formel zu machen, ein Ende in sich selbst.
Die Entwicklungen in der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts sind mannigfaltig. Der Einstieg der Frauen in die französische Freimaurerei, ihr Altern, die ausgedehnte Rekrutierung im Herzen der nunmehr gebildeteren Mittelschicht (sie ist sehr fortschrittlich in ihrer Beziehung zur Ideologie und Politik), das Ende der traditionellen Rollen der Logen - die sowohl lehrreich als auch integrierend waren - sind alles langandaurende Phänomene. An dieser Stelle muß auch gesagt werden, dass ein Komplex von "Ordnungsmäßigkeit" gegen die angelsächsischen Freimaurer ( die momentan in Rückgang sind) sie auch einige Jahrzehnte belastet, und tatsächlich dazu geführt hat, dass ein Teil der Freimaurer von der Geschäftemacherei und reaktionären Tendenz erfasst worden sind. Schließlich ist die Zerstückelung der Obedienz, die bereits Ende des 19ten Jahrhunderts begonnen hatte, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts noch beschleunigt worden. Nach der Gründung der französischen Großloge "Féminine" 1945, und der traditionellen und symbolischen Großloge "Opéra" 1958, nimmt das Zersplittern in kleine Einheiten von Obedienzen kein Ende mehr: Grande Loge Féminine de Memphis Misraim,
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Loge Nationale Francaise, Grande Loge Mixte Universelle, Grande Loge Mixte de France, usw. Zahlreiche andere, mehr oder weniger Freimaurer Strukturen, stehen vor dem Ende. Der 'Grand Orient de France', regulierender Ausschuß der Freimaurerschaft von einem historischen Standpunkt aus, erkennt heute (im Jahre 2002) den OITAR, den Grand Prieuré des Gaules, die Grande Loge Francaise de Memphis Misraim an, und erwägt die Möglichkeit, Beziehungen zur GLISRU und der GLMS einzugehen. |
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Seit 2002, sind alle französischen Obedienzen, außer der GLNF, unter dem Namen "La Maconnerie Francaise" (die Freimaurerei Frankreichs) zusammengefaßt. Endlich hat sich das interne Profil der Logen gewandelt, nachdem sich die französische Freimaurerei in dem letzten halben Jahrhundert wiederaufgebaut hat, und unmittelbar vor Beginn des 21sten Jahrhunderts immer stärker geworden ist. Betonung wird hauptsächlich auf die "Lebensqualität" der Gruppe gelegt. Die Logen, heutzutage viel zahlreicher als im letzten Jahrhundert, aber von kleinerer Größe, bleiben aktiv in ihren humanistischen Überlegungen und Gefechten, sind allerdings politisch weniger engagiert. Im Moment bestehen sie auf gewissenhaftem Eifer und der Beschaffenheit der relationellen Verbindung zwischen ihren Mitgliedern.
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